Der W W F – Auf Peta’s Spuren

Bald ein Jahr ist es her, dass der WWF in Zusammenarbeit mit „Uke“ ein Video zum Thema „Exoten im Wohnzimmer“ erstellt hat. Behäbig wie ein Panda, habe ich mir Zeit gelassen auf diese Farce zu reagieren.  Doch jetzt ist die Zeit gekommen mit eurem Sinneswandel abzurechnen.

 

Lieber WWF,

eigentlich mag ich euch.
Euer vormals sinnvolles Engagement für den Tierschutz und globale Ökologie habe ich immer als etwas positives empfunden und eure Arbeit gerne unterstützt. Euer gute Ruf eilte euch voraus. Neben den „Hau-drauf-Ideologen“ der Tierrechtsorganisationen wie mein alter Freund PETA wart ihr der bedächtige Panda, der wichtige Arbeit geleistet hat.
Ich hätte mir sogar vorstellen können irgendwann einmal ein Teil davon zu werden.
Doch letztes Jahr ist etwas passiert. Spätestens seit dem ist nichts mehr wie vorher.
Eure Marketing Abteilung entschloss sich folgendes Video mit Schauspieler Uke zu erstellen:
Bitte anschauen, bevor Sie den Artikel weiterlesen.

Das Video habe ich letztes Jahr auf eurer Facebookseite gesehen, der ich bis zu diesem Zeitpunkt gerne gefolgt bin. Mittlerweile habt ihr das Video dort gelöscht.
Die harsche Kritik daran, die ich damals eingeleitet habe und zu einem ungewollten kleinen Shitstorm führte, ist ebenso verschwunden. Besteht hier eigentlich ein Zusammenhang?
Unter dem Video auf Youtube werde ich aber noch von anderen Zuschauern zitiert…

screenDieses Zitat stammt von mir. Ich habe es im überspitzt, sarkastischen Stil dieser Seite unter euer Video auf Facebook geschrieben. Vielleicht war es etwas zu hart, aber das Video macht mich bis heute wütend, denn es zerstörte endgültig mein positives Bild von euch.
Vielleicht habe ich auch deshalb so lange auf eine passende Antwort gewartet, denn aufgrund eurer bisherigen Leistungen, habt ihr es eigentlich nicht verdient durch den Kakao gezogen zu werden. Tierhalter haben dieses Video jedoch ebenso wenig verdient..
Viele kritische Stimmen schlossen sich in der Folge meiner Kritik an. Außer der Löschung des Videos ist jedoch nicht viel passiert. Das Thema ist von der Agenda weitgehend verschwunden.

Doch eure Art des neuen, sozialen Contents folgt einem Prinzip. Dem Prinzip anti empirischer Argumentationsweisen und emotionsbasierter Belanglosinhalte. So geht es nicht weiter, denn ihr diskreditiert euch selbst.
Ich finde es wird endlich Zeit für eine zünftige Zerpflückung des von euch publizierten Inhaltes.
Mittlerweile habt Ihr ihn euch redlich verdient und meine Leser haben ihn sich gewünscht, auch wenn ich seine Notwendigkeit immer noch bedauere.

Fangen wir einfach an.

Mir ist völlig klar, dass der Inhalt des Videos auch überspitzt und humoristisch gemeint ist.
Doch geht es um die biologische Inhaltsleere des Videos und den Eindruck, den Uke an die Zuschauer vermittelt. Der ist völlig unrealistisch und gefährlich fehlerhaft.

 

Ich zitiere Uke;

Da steht, dass es eben nicht nur Affen sind, die nach Deutschland exportiert werden, sondern eben auch viele andere exotische Tiere. Und die Halter davon sind dann aber relativ schnell relativ überfordert damit und bringen die dann ins Tierheim.

Von welchen „exotischen“ Tieren redet Uke eigentlich genau?
Welche „exotischen“ Tiere landen schnell im Tierheim?
Exotische Tiere, wie beispielsweise Meerschweinchen, die einst aus Südamerika kamen und nichts anderes sind, als Farbzuchten von Cavia porcellus?
Oder Wellensittiche (Melopsittacus undulatus), die in Deutschland nicht selten in viel zu kleinen Käfigen vegetieren müssen und einsam sterben?
Vielleicht auch der Goldhamster? Verzeihung – Der syrische Goldhamster ( Mesocricetus auratus ), der in zahlreichen Kinderzimmern als erstes Haustier herhalten muss.
Südamerika, Syrien und Australien – was ist exotisch genug für Uke und den WWF?

Nein, Uke. Die meinst du natürlich nicht. Die wieder einmal ziemlich willkürliche Interpretation von „Exoten“ soll wie bei zahlreichen anderen, schlechten Anti-Exoten Artikeln vor allem solche Exoten symbolisieren, die irgendwie gar nicht haustiertypisch für den jeweiligen Autor sind.
Schlange. Affe. Krokodil. Der selbe unspezifische Müll wie immer eben.
Ob da der WWF als Naturschutzorganisation unsere heimischen Reptilien eigentlich auch mitberücksichtigt?
Niveau gleich in der Einleitung schön tief abgesteckt. Herzlichen Glückwunsch!

ljkkl

 

Ihr könnt euch ja sicher vorstellen, wenn da wieder zich Boa constrictor’s ankommen oder Echsen. Das können die Tierheime hier überhaupt nicht leisten.

Ja. Völlig korrekt. Könnten sie nicht.
Aber; wichtig ist in diesem Fall der Konjunktiv. Für manche auch ein Exot, ich weiß.
Denn das doofe an der Sache ist, dass hier keine zich Boa constrictor oder Echsen ankommen, die alle nach kurzer Zeit im Tierheim landen.
Wie unrealistisch aufgebauscht die Diskussion um die angebliche Schwemme von Exoten ist, habe ich bereits vor zwei Jahren ausführlich aufgezeigt.
( Siehe: http://www.homoneo.de/die-bewusste-verzerrung-der-realitaet/ .)
Diese Diskussion wird völlig überdramatisiert.
Es ist richtig, dass die meisten Tierheime überhaupt keine Kapazitäten für Reptilien haben/hätten, dementsprechend landen solche Tiere meist in den Kleinanzeigen und können ohne lästige Tierheimaufenthalte (im Gegensatz zu Hunden, Katzen, Nager und Vögel) weitervermittelt werden.
Reptilien, die dann in Tierheimen landen sind aufgrund ihrer Seltenheit dann schnell eine Nachricht wert. Kommt eben nicht alle Tage vor, dass jemand eine Boa constrictor aussetzt. Und wenn es passiert, steht es in den Medien. Ausgesetzte Hunde und Katzen… kennste Wayne?
Und so schwillt die Filterblase weiter an.

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Aber einen Moment mal. Was nennt Uke da eigentlich als Beispiel? Boa constrictor (sp.) ?
Für den Import von angeblich „zich“ Exoten, die jährlich angeblich deutsche Tierheime fluten würden, nennt er Boa constrictor als Beispiel. Ist das eigentlich die selbe Boa constrictor, die seit Jahrzehnten in der Terraristik durch Zucht etabliert wurde? Oder meint er eine bestimmte Unterart, die selten zu finden ist?
Die selbe Boa constrictor, die viele Terrarianer züchten und daher kaum als Wildfang zur Verfügung steht?
Die Boa constrictor, die auf Terraristik Börsen von Züchtern aus aller Welt angeboten wird?
So wie auch Wellensittiche, syrische Goldhamster oder südamerikanische Meerschweinchen?

Wenn wir schon einmal dabei sind: Was ist mit den abertausenden von Hunden und Katzen, die gekauft werden und dann nach kurzer Zeit reeelativ überfordert abgegeben werden?
Da könnt Ihr euch sicher vorstellen, dass das die Tierheime überhaupt nicht leisten können. 😉

 

 

Und hier meine Sammlung von mega giftigen Mutantenspinnen aus Arizona. Ja will ich jetzt doch nicht mehr haben. Hab mich versehen. Habe gedacht die wären in ner anderen Farbe.

Super-Uke diffamiert gleich eine ganze Szene ohne auch nur den Hauch von Interesse an der Materie zu haben.
In Arizona gibt es keine „megagiftigen“ Spinnen.
Die Toxizität der Vogelspinnen, die in Arizona vorkommen ist nicht gefährlicher, als die Toxizität heimischer Wespen.
Tut nur etwas mehr weh.
Kann beides tödlich sein, wenn man Pech hat.
Was jedoch garantiert tödlicher ist, ist Unwissenheit.
Ihr erinnert euch an die Liste von heimischen Tieren, die gefärhlicher sind, als ihr exotisches Pendant?

Und überhaupt: Kein geistig gesunder Spinnenhalter wird seine Vogelspinnen jemals in ein Tierheim geben wollen, selbst wenn er mit seinem Hobby aufhören sollte. Da wäre er auch ganz schön blöd, denn der Preis der meisten adulten Vogelspinnen ist so hoch, dass eine „Sammlung“ durchaus zum gebrauchten Kleinwagen reichen könnte. Der Marktpreis der meisten adulten Vogelspinnenweibchen beläuft sich auf rund 100€ (artspezifisch mit Schwankungen) und die Nachfrage ist groß.  Würde man die Tiere immerhin noch für den halben Preis anbieten, kann man sich sicher sein, dass man gerade dabei ist, die Besucherzahl einer illegalen, öffentliche Facebookparty von Donald Trump zu überbieten. 😉
Die „zich Vogelspinnen“, die Tierheime fluten sollen: Ein unrealistischer Mythos.
WWF – was tust du hier?

oooo

 

In Bayern hat 2013 eine Alligatorschnappschildkröte einem Kind die Achillessehne durchgebissen.

Und in der Zeit haben dutzende andere Kinder schwere Verletzungen von Hunden davongetragen, Borreliose von Zecken bekommen oder sind an einem allergischen Schock durch eine Wespe verstorben. Wenn ich jetzt ein Wespennest in meinem Garten haben möchte, ist das dann moralisch verwerflich? Bin ich dann ein achtloser Gefahrentierhalter? Oder gar ein Kindermörder?

Moralisch verwerflich ist eines aber ganz sicher: Wenn der WWF mit Hilfe von Uke erneut zu Fehlinformationen greift.
Denn diese Alligatorschnappschildkröte wurde nie gefunden.
Ihre Existenz bis heute; fraglich.
Wirklich.
Ihr glaubt es nicht?
Dann lest es selbst nach:
http://www.spiegel.de/panorama/was-wurde-aus-der-monsterschildkroete-lotti-a-1039253.html
An dieser Stelle wollte ich euch auch einen guten Artikel von Heiko Werning aus der TAZ zum Phantom „Lotti“ und der ungesicherten Schnappschildkrötentheorie verlinken, leider war er nicht mehr auffindbar.
Ob es sich überhaupt um eine bösartige Macrochelys temminickii handelte – das weiß bis heute niemand so genau.
Doch ein „Möglicherweise-Fall“ eines Tieres, dessen Haltung in Deutschland sowieso bereits genehmigungspflichtig ist, reicht aus um fernab der vielen anderen tierischen Gefahren, die wir mit unserem domestizierten Canis lupus familiaris eingehen, zu überdecken.
Ach und wenn schon: So eine Schnappschildkröte ist doch eindeutig exotisch! Ist ja ein befremdliches Reptil und kommt sicherlich auch aus dem tiefsten Dschungel der… USA .
Zum Glück leben da nicht Millionen von Menschen, die Angst haben müssen diesem Höllentier beim Baden zu begegnen. Das wäre ja schrecklich. Die Leute dort müssten ja in ständiger Angst leben im Wasser hinterhältig zerfleischt zu werden, wenn man bedenkt, was eine einzige Sommerloch-Schildkröte bei uns alles anrichten konnte! Die arme USA. God bless America.

Man fragt sich dann zwangsläufig, was die Menschen dort zu dem Medienaufschrei in Deutschland sagen würden, wenn hier alle paar Jubeljahre eine solche Schildkröte gefunden wird… der Gedanke daran erfüllt mich mit Scham.
uizuzt

 

Im Video folgt nun eine Aneinanderreihung überspitzter Aussagen.
Zu sehen: Ein Postbote, der eine Boa constrictor (ja, tatsächlich immer noch dieses unpassende Beispiel) abliefert.
Wie Wirbeltiere tatsächlich in Deutschland versendet werden – das wird nicht gezeigt. Der Zuschauer, der sich nicht in der Materie befindet, wird im Dunkeln sitzen gelassen…
Hinzugefügt werden die bekannten, fragwürdigen Zahlen in Form von angeblichen Dunkelziffern illegaler Importe von Reptilien, die im Millionenbereich liegen sollen. Sicher prüfen kann das natürlich auch niemand.
Aber es klingt gut und es passt in das diffuse Bild, das gegen „irgendwas mit Exoten“ sein soll.

 

Diese bereits absurd hohe Zahl verbirgt aber die Tatsache, dass noch viel mehr Tiere in der freien Wildbahn gefangen werden. Diese Tiere verenden aber bereits in Gefangenschaft oder auf dem Transport.

Interessant. „Diese Tiere verenden“ bedeutet in Zahlen nun konkret… was genau?
Noch mehr als die 800.000 legalen plus die 1.000.000 illegalen Importe? Zahlen, die kaum überprüfbar sind, weil sie zum Teil auf Vermutungen basieren. Das macht sie so unantastbar. Denn die Phantasie für das, was im Verborgenen bleibt, ist mächtig.
Doch die alte Annahme, dass die meisten Tiere bei dem Transport verenden würden, ist realistisch gesehen: Völliger Unsinn.
Bei illegalen Importen, deren Zahl kaum seriös zu beurteilen ist außer eben von PETA und Konsorten, ist die Mortalitätsrate natürlich höher, denn solche Tiere müssen versteckt über die Grenze gelangen. In doppelten Böden oder nicht ordnungsgemäßen Transportbehältnissen.
Das zu unterbinden ist jedoch die Sache der Behörden, denn so illegal eingeführte Tiere werden kaum für den freien Handel verfügbar sein, da es sich zumeist um geschützte Arten handelt, deren unkontrollierter Handel gar nicht erst möglich ist. Wir haben es hier also nicht mit einem quantitativen, sondern mit einem qualitativen Problem zu tun, welches (und da dürften sich auch alle „Exotenhalter“ einig sein) so nicht zu dulden ist.
Das andere Problem an dieser irrwitzigen Behauptung ist jedoch, dass kaum ein Händler Tiere von einem Exporteur beziehen würde, bei dem der Großteil der Tiere verendet. Täte er dies, wäre er nämlich ganz banal gesagt: Einfach sehr schnell pleite.
Jeder Importeur hat ein großes Interesse daran, dass importierte Tiere lebendig und in einem möglichst perfekten Zustand hier ankommen. Nicht nur, weil die meisten Händler keine raffgierigen Tierquäler sind, sondern weil sie ihren Lebensunterhalt damit verdienen müssen und es sich überhaupt nicht leisten können eine hohe „dead on arrival“ (doa) Quote zu haben. Es gilt: Qualität vor Quanität.
In der Praxis stellen sich Ukes Behauptungen daher als unrealistische Thesen heraus, die viele Tierrechtsgruppierungen bereits vor ihm nutzten, um Wildfänge zu ilegitimieren.
Ich rede bei diesem Beispiel jedoch immer von der Aquaristik und Terraristik, deren Stimme ich sein kann.
Uke führt darauf folgend den Graupapagei an, bei dem laut (nicht belegbaren) Zahlen 66% aller Tiere in Gefangenschaft vor dem Export sterben. Ob diese Zahl speziell bei dieser Art stimmen kann, werde ich evtl. nachträglich hinzufügen, da ich diese Behauptung auf die Schnelle (hattest doch ein Jahr Zeit du faule Sau!) nicht evaluieren konnte.

 

 

Wer also ein echter Tierfreund ist, der lässt die Finger von exotischen Tieren. Die fühlen sich in ihrer Heimat, in ihrem natürlichen Habitat, viel wohler als bei uns. […]

Das ganze Sammelsurium an Behauptungen, Thesen, falschen Fakten und absurden Fehleinschätzungen führt nun dazu, dass Uke einfach nichts von der Haltung von „Exoten“, die er bis hier hin immer noch nicht genauer definiert hat, hält. Is klar.
War ja auch ganz schön viel Arbeit so viele realitätsverzerrende Hypothesen in den Raum zu werfen.

Aber einen Moment. Sie fühlen sich wohler in ihrer Heimat?
Wenn Uke sich da mal nicht täuscht.
Denn Wohlbefinden bei einer fremden Spezies zu beurteilen ist eine Deutungskunst für sich.
Nicht umsonst findet sich bei Facebook jede Woche ein neues Video mit dem Inhalt „this dog helps his buddy! Sooo cuuute <3 „, bei dem Tier A an Tier B eine uns bekannte, menschliche Handlung ausführt, die in der Situation und in der Lebenswirklichkeit von Tier A und B jedoch überhaupt nicht existiert, weil wir von unserem menschlichen Verhaltensspektrum die uns bekannten Verhaltensweisen ganz anthropozentrisch auf eine andere Spezies projizieren.
So ist es auch in diesem Fall. „Wohlfühlen“ ist ein Konzept aus unserer menschlichen Erfahrungswelt, welches wir nur schwerlich objektiv auf eine andere Spezies übertragen können.
Da schrammen wir jetzt ganz scharf an der Tierrechtsideologie im Geiste PETAs vorbei, wenn wir uns nicht schon mitten in ihr befinden.
Neeeeein! WWF! Waaaruuum?!

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Wir können das Wohlergehen einer Art objektiv nur medizinisch beurteilen und sie in ihrem Lebensraum betrachten, der ihrer Lebenswirklichkeit entspricht. Aus der Erfahrung der Vergangenheit kennen wir die Parameter, die für eine Haltung notwendig sind, damit Tiere gesund bleiben. Wenn wir dann ihre natürlichen Lebensumstände mit einbeziehen, haben wir mehr dafür getan, als viele Arten in der Natur für ihr Wohlergehen bekämen.
Und das ist bei den meisten Arten problemlos möglich. Wie Millionen Aquarianer und Terrarianer es vorgemacht haben: Auch außerhalb des natürlichen Lebensraums, nämlich dann, wenn man in seinem Aquarium oder Terrarium den Lebensraum der Tiere nachbildet und sie gesund hält. Das klappt nicht selten besser in der Gefangenschaft, als es in der freien Wildbahn je möglich wäre. Viele Arten werden in Gefangenschaft nämlich deutlich älter, als ihre Artgenossen in der Natur. Das liegt am fehlenden Feinddruck und einer optimalen Kontrolle gesundheitlicher Bedürfnisse. Ein krankes Tier ist in der Natur auf sich selbst angewiesen. In einem Terrarium, dass dem Tier die Bedürfnisse bietet, die es in der Natur vorfindet, hat das Tier einen Kontrollmechanismus, was Gesundheit und Ernährung darstellt.
Wenn also eine Art, die in einem Aquarium / Terrarium unter den Bedingungen gehalten wird, wie wir sie in der Natur vorfinden und zudem medizinisch kontrolliert wird, keine Fressfeinde hat und immer ausreichend Nahrung bekommt – warum sollte sich diese Art in der Natur wohler fühlen?
Dafür gibt es keine biologische Erklärung.
Es sei denn, wir legen als Maßstab das menschliche Weltbild an diese Hypothese an und machen das Wohlfühlen davon abhängig frei zu sein und eigene Entscheidungen treffen zu können. Scheiß auf die Evolution und das „survival of the fittest“ Prinzip nach dem unsere Umwelt funktioniert – wenn wir Menschen mehr als Überleben möchten, muss es jede andere Art auch wollen, oder etwa nicht?

 

[…] Im Gegensatz können sie bei uns, in unserem Ökosystem relativ viel Schaden anrichten.

Achja, das Neozoen Argument.
Eigentlich kein schlechtes, immerhin wurde diese Seite danach benannt. 😉
Aber in seiner Allgemeinheit als Argument gegen Exotenhaltung ein sehr lächerliches.
Das Invasionspotenzial der meisten Exoten ist gering bis nicht vorhanden. Zum Beispiel bei Boa constrictor. 😉 Oder den meisten anderen Echsen, die eben nicht in den gemäßigten Breiten vorkommen, sondern in den Tropen heimisch sind und darum hier recht schnell sterben würden.
Die wenigen, gängigen und allseits bekannten „Ausnahmen“ zählt Uke dann auf.
Schauen wir uns seine Beispiele doch einmal etwas genauer an…

Die „Rotwangen-Schmuckschildkröte“ ( Trachemys scripta elegans )

Aus Nordamerika stammend und daher potenziell auch bei uns überlebensfähig.
Das hat sie in der Vergangenheit auch ordentlich unter Beweis gestellt und wurde leider nur allzu oft von Laien gekauft. Die großen Tiere wurden dann leider schnell ausgesetzt. Die Art kann in der EU bereits seit längerer Zeit nicht mehr einfach gehandelt werden und steht unter Schutz.
Was Uke und dem WWF geholfen hätte, wäre eine objektive Bewertung durch die, die sich mit der Thematik beruflich beschäftigen. Und zwar das Bundesamt für Naturschutz (BfN).
In einem ausführlichen Dokument auf der Homepage des BfN ( http://www.bfn.de/fileadmin/BfN/service/Dokumente/skripten/skript409.pdf ) wird auch Trachemys scripta sp. untersucht.
Diesem Dokument ist zu entnehmen, dass die Tiere bereits seit den 50er Jahren bekannt sind und die Populationen bereits seit den 70er Jahren zunahmen.
Das Problem wurde relativ früh erkannt und Gegenmaßnahmen eingeleitet. Richtig interessant ist aber der folgende Punkt:

Negative ökosystemare Auswirkungen: Nein
Zwar stehen die Tiere in Konkurrenz zu der immer selteneren Europäischen Sumpfschildkröte (Emys orbicularis), dennoch kann das BfN bisher keine negativen Auswirkungen auf unser Ökosystem feststellen, die dem Aussetzen von Trachemys scripta zuzuschreiben wären.
Das ist besonders interessant, wenn man den Inhalt des Videos im exakten Wortlaut rezitiert;
[…] die haben inzwischen einige einheimische Schildkrötenarten verdrängt.
Abgesehen davon, dass Emys orbicularis die einzige Schildkrötenart ist, die in Deutschland vorkommt, wirkt das Argument von Uke doch ziemlich aus der Luft gegriffen (wie vieles andere auch).
Fakt ist: Unser heimische Emys orbicularis bedarf eines besonderen Schutzes, denn sie ist äußerst selten geworden.
Das sieht auch das BfN so. Dennoch ist der wohl gravierendste Grund für ihre Seltenheit die immer weiter fortschreitende Lebensraumzerstörung, die z.B. auch ein Faktor für das Verschwinden vieler Amphibien in Deutschland ist.
Sollte sich nicht gerade der WWF  viel mehr um eine Differenzierung bei einer seiner Kernthemen bemühen, anstatt Halbwahrheiten zu verbreiten?
Ja, wir sollten den Handel mit Trachemys scripta sp. insofern einschränken, dass wir sie nicht mehr in jedem Baumarkt um die Ecke als Babys kaufen können. Wir sollten aber auch differenziert argumentieren. Die Rotwangen-Schmuckschildkröte, über die Uke redet, heißt auf „anti-Uke“ also ähm „schlau“ nämlich: Trachemys scripta elegans. Und ist schon längere Zeit geschützt, wohingegen die Gelbwangen-Schmuckschildkröte (T. scripta scripta), die er überhaupt nicht benennt seit geraumer Zeit die Rotwange abgelöst hat.
Doch auch diese Unterart ist seit einiger Zeit in der gesamten EU nicht mehr für den kommerziellen Handel zugänglich.
Nachzulesen z.B. unter:
http://terrarianer.blogspot.de/2016/07/europaische-union-verbietet-invasive.html
Uke argumentiert also irgendwo zwischen Wahn und Wahnsinn. Mit der Realität haben seine veralteten Argumente jedoch reichlich wenig zu tun.
Als nächstes Beispiel nennt Uke:
Das  Grauhörnchen (Sciurus caroliensis)
Das, so sagt er richtig, sei in Großbritannien weit verbreitet und habe das einheimische rote Eichhörnchen (Sciurus vulgaris) stark verdrängt.
Dass das Gott sei Dank in Deutschland noch nicht der Fall ist, verrät er natürlich nicht.
Kann es auch gar nicht mehr werden, denn das BfN schreibt über Sciurus caroliensis folgendes:
Aus Vorsorgegründen sollten zukünftig auch verstärkt naturschutzfachliche Invasivitätsbewertungen für gebietsfremde Arten durchgeführt werden, die absichtlich eingeführt werden oder eingeführt werden sollen und bisher in Deutschland nicht wild lebend aufgetreten sind. […] Für die relativ kleine Gruppe der als invasiv bewerteten Wirbeltierarten, die gehandelt werden und bisher nicht wild lebend vorkommen (Warnliste) oder bislang nur eine kleinräumige Verbreitung zeigen (Aktionsliste), sollte […] ein Besitz- und Vermarktungsverbot ausgesprochen werden […]. Für das invasive Grauhörnchen (Sciurus carolinensis) […] ist das schon seit 2002 über eine Listung in § 3 Abs. 1 BArtSchV umgesetzt.
Das Grauhörnchen wird uns daher auf legalem Wege gar nicht mehr erreichen. Ist auch nicht weiter schlimm, denn die Halter der Art dürften prozentual im x-ten Nachkommastellenbereich zu finden sein.
Für Uke und den WWF sind sie trotzdem scheinbar ein Argument, um eine Gefahr für alles exotische herauf zu beschwören.
Für Ukes nächstes Beispiel

die „Killeralge“ (Caulerpa taxifolia)

ist es hingegen schwierig eindeutige Informationen zu finden, die darauf schließen lassen, dass diese Art durch private Exotenhalter / Aquarianer das Mittelmeer verseuchte. In der Tat ist sie dort ein großes Problem, aber die Abfälligkeit mit der Uke sagt, dass jeder Depp (so sagt er es nicht) sie hätte am Namen erkennen müssen, spricht Bände. Uke hat natürlich so viel Fachwissen über biologische Taxonomie, dass er den deutschen Populärnamen heranzieht, um die scheinbar so „offensichtliche Gefahr“ bei dieser Art zu sehen.
Das klappt ja auch bei der allseits bekannten Mördermuschel so gut, die schließlich auch dafür bekannt ist Menschen zu fressen. Oder 20 Boa constrictor’s
Die ARD z.B. schreibt über C. taxifolia:

So gelangte die Alge auch in das Ozeanografische Museum von Monaco und von dort, so wird vermutet, 1984 irgendwie in das Meer vor der Haustür.

Ein ozeanografisches Museum ist nun nicht gerade ein kleiner, privater Exotenhalter, den Uke eigentlich ansprechen möchte. Ob also wirklich Hobby-Tierhalter für diese Plage zur Verantwortung gezogen werden sollten: Zumindest sehr fraglich.

Ukes letztes Beispiel in der nicht enden wollenden Aufzählung von Arten, über die er sich überhaupt nicht informiert hat, bevor er sie als Beispiel für den Verzicht auf Exoten heranzieht, ist

der Halsbandsittich (Psittacula sp.).

Wieder lohnt sich ein Blick in das Bundesamt für Naturschutz und die vorhin verlinkte Datei.
Ich mache es kurz: Über eine negative ökologische Beeinträchtigung ist bisher nichts bekannt.
Die Untersuchungen laufen jedoch immer noch und eine seriöse Antwort ist zum jetzigen Zeitpunkt gar nicht möglich.

Ja, es ist nie positiv, wenn wir durch unvorsichtige Handlungen neue Arten in einem Gebiet etablieren, die möglicherweise invasiv sein könnten und heimische Arten verdrängen würden.
Weder ist es gut, dass Schmuckschildkröten aus Nordamerika in unseren Gewässern zu finden sind, noch Halsbandsittiche oder „Killeralgen“, die das Mittelmeer erobern.
Neozoen sind problematisch und können ein Risiko für die heimische Flora und Fauna sein. Eine Handelseinschränkung bestimmter Arten wie Trachemys scripta sp. ist sicherlich sinnvoll, darauf aber gleich auf alle Exoten oder alle Schildkröten zu schließen ist Unfug.
Es handelt sich eben nur um einige wenige Arten, die ein Invasionspotenzial besitzen. Das steht auch im Bericht des BfN.  Es betrifft lediglich Arten, die aus den gemäßigten Graden der USA oder subtropischen Gebieten Indiens / China bzw. Ostasiens stammen.
Typische „Exoten“ sind hier jedoch in der Aquaristik und Terraristik wenig vertreten. Trachemys war eine populäre Ausnahme und der Bund hat mittlerweile weitreichende Maßnahmen ergriffen. Die Beispiele des WWF sind also völlig ungeeignet, um einen Feldzug gegen Exoten im allgemeinen zu führen.
Sie haben mit der Realität im Jahr 2017 einfach nichts mehr zu tun.
Spielt das denn keine Rolle bei der Argumentationsweise des WWF?

ztttzu

 

 

Ja, auch generell scheint es der WWF mit Argumenten nicht mehr sehr differenziert zu sehen. Die Videos mit Uke sind nicht die einzigen Produkte eines WWF, der sich in seiner Außendarstellung und Marketing Strategie immer mehr von einem seriösen Natur- und Tierschutzverein abwendet.
Ebenso negativ ist mir zum Beispiel das Video zum Weltvegetariertag aufgefallen, welches ihr hier findet:
https://www.facebook.com/wwfde/videos/10157663615875045/

Allen ernstes möchte uns der WWF den Vegetariertag mit folgendem Zitat verkaufen:

Die größten und stärksten Vertreter an Land sind Vegetarier. Von wegen fehlendes Eiweiß!

Wow. WWF, well done.

clapp
Mit einer Argumentationsweise, wie ein Vorschulkind zeigt das Video eine Reihe niedlicher, großer herbivore bis omnivore (!) Tiere.
Und weil diese Tiere so stark und kräftig sind, ist es sinnvoll Vegetarier zu sein – die machen es ja schließlich vor.
Selbst als vorwiegend vegetarisch lebender Mensch, der kein Fleisch isst, möchte ich meinen Kopf an dieser Stelle tief durch meine Tischplatte pressen.
Wer mit dieser Art und Weise für Vegetarismus argumentiert, gibt sich die Türklinke mit unserem Liebling der Irrationalität PETA in die Hand.
Dass die Ernährungsweise einer Spezies davon abhängt, wie sie physiologisch aufgebaut ist, spielt für den WWF in einem Video auf diesem Niveau keine Rolle mehr. Der Logik nach sollte es dann auch kein Problem mehr sein seine Katze vegetarisch zu ernähren.
Was ihr auf tierische Eiweiße und Proteine ausgelegter Verdauungstrakt dazu sagt, spielt dann auch keine Rolle mehr – das Nilpferd macht es ja vor. Selbst wenn solche Videos für Kinder ausgelegt wären, wäre das verwerflich. Was ist, wenn Kevin-Pascal Jr. Mama davon überzeugen will, dass Minka fortan kein Fleisch mehr bekommt, weil der WWF ja gesagt hat, dass auch Nilpferde Vegetarier sind. Dieses Video richtet sich jedoch an alle Menschen.

Und nein, damit ist es noch nicht getan. Denn bei einem Blick auf den deutschen Youtube Kanal des WWF
( https://www.youtube.com/user/WWFDeutschland/videos )
sieht man sehr schnell, wohin die Reise in Sachen PR gehen soll: In das aufmerksamkeitserhaschende, niveaulose Youtube Deutschland, bei dem empirische Fakten egal sind, hauptsache man packt Emojis in das Thumbnail, schickt ein paar BibisBeautyPalace Kopien nach Afrika und macht alles schön bunt.
Ganz so wie es die Kids von heute auf Youtube eben mögen und spät pubertierende Klickzombies eben lieben.
Man könnte ja meinen, dass diese schlimmen Kanalinhalte allesamt für die jüngere Generation U16 gedacht wäre, doch das ist der offizielle Kanal des WWF in Deutschland. Nicht der Kanal von WWF Kids…
Großartig WWF, euer neues Marketing Team hat mitten in die Scheiße gegriffen und euch mehrere Stockwerke tief auf das Niveau aller anderen Belanglosigkeiten gezogen.
Ich hoffe, dass ihr intern wenigstens etwas dafür gekämpft habt, seriös und nüchtern zu bleiben, bevor ihr eurem bemitleidenswerten Schicksal erlegen seid…

zuzuf

 

Aber wir sind immer noch nicht fertig mit Uke und seinen Wahnvorstellungen, was Exotenhaltung betrifft.
Nun nämlich steuert Uke das Fazit an.

Die Haltung von exotischen Tieren ist also nicht nur total anstrengend […]

Wenn das einzige Hobby im Leben eines Menschen der Kauf von Markenprodukten ist, vor einem Bildschirm Spiele zu spielen oder im Kreis Fahrrad zu fahren, dann ist die Aquaristik und Terraristik in der Tat sehr anstrengend. Dann sollte man es jedoch sein lassen diesen Leuten etwas erklären zu wollen und diese Menschen ihr Leben dafür aufopfern lassen, wenn sie etwas produktiveres tun möchten.
Für Uke sind nämlich Exotenhalter das selbe wie Haustierbesitzer, weil in Ukes Welt ein Reptil den Stellenwert eines Hundes einnehmen soll.
Dass das völlig unrealistisch ist, weiß jeder Aquarianer oder Terrarianer, der in der Szene verankert ist.
Nein, das heißt natürlich nicht, dass die eigenen Pfleglinge nicht den emotionalen Stellenwert für den Pfleger haben, den man mit Hunden oder Katzen assoziieren würde, sondern, dass für die meisten Aquarianer und Terrarianer ihr Hobby nicht dem Zweck dient, „Haustiere“ zur eigenen Belustigung zu besitzen, weil diese Menschen Zeit und Geld dafür und opfern Tiere nachzuziehen, die möglicherweise in der Natur stark bedroht sind.
Unter Exotenhaltern ist es eher die Faszination etwas zu halten, dass einem ansonsten verborgen blieb. Eine Vogelspinne oder eine Boa constrictor erfüllt nicht die Funktion, wie sie Katzen und Hunde traurigerweise erfüllen sollen. Was ist also verwerflicher…?
Ausnahmen sind leider immer und überall möglich.

[…] und oft illegal.

Wirklich?
Das ist also die Meinung des großen WWF?
Das Exoten „oft illegal“ sind?
Was passiert da bei euch, lieber WWF?

zttz

Natürlich gibt es den Schmuggel und illegale Importe von Tieren. Das befürwortet aber kein Tierhalter. Das machen die Leute, die Geld aus der Sache auf Kosten der Tiere scheffeln wollen und das sind nur die wenigsten. Es sind schwarze Schafe, die es leider überall gibt. Selbst im Bereich von Natur- und Tierschützern, die Spendengelder veruntreuen. Dennoch tun solche Vereine meist gute Sachen. Sie alle über einen Kamm zu scheren würde auch in diesem Fall den ehrlichen und engagierten Menschen schaden und vieles vernichten.
Uke, schau dich doch einfach mal in einem größeren Fachgeschäft um und nenne mir ein Tier, welches womöglich illegal ist. Du wirst es wahrscheinlich nicht können, weil du keine Ahnung davon hast, was du dort siehst. Weil du dich nicht im geringsten mit der Materie auszukennen scheinst und der WWF dich auch nicht besser für dieses Video schulen könnte, was mir die größten Sorgen bereitet.
Selbst in den Kleinanzeigen im Internet musst du lange suchen, um auf womöglich illegale Inserate zu stoßen. Selbst auf der bösen Exotenbörse Terraristika in Hamm wird das nicht so einfach.
Und wie wird „illegal“ überhaupt definiert?
Tiere ohne Papiere? Gibt es bestimmt, sollte man überprüfen lassen.
Diese Leute gehören zur Verantwortung gezogen, kein Exotenhalter widerspricht dem.
Aber es gibt keine Illegalität, die in diesem Bereich vorherrschen würde. Das ist ein realitätsfremder Unsinn. Es ist die Illegalität, in der Ideologen wie die Rolle von Schauspieler Uke sie am liebsten hätten: Keine Tiere mehr in Privathand, außer Katzen, Hunde und ein paar Nager.
Ohne auch nur eine Ahnung davon zu haben, was man damit zerstören würde. Den illegalen Handel jedenfalls niemals, denn der steht über dem Gesetz und ihn wird es leider immer geben, Gott sei Dank nicht in dem Ausmaß, wie der WWF es dem naiven Zielpublikum im Video vermitteln möchte.

 

Wenn ihr dann unbedingt ein Haustier haben wollt […] muss es ja nicht unbedingt [blabla] sein, sondern vielleicht [tut?] es ja auch eine süße, kleine Miezekatze.

WWF – ihr tötet mich.
Erst lasst ihr Uke von den Gefahren invasiver Neozoen schwadronieren, bei dem er ein paar nicht sehr sinnvolle Beispiele anführt und dann empfiehlt er die Anschaffung einer Katze (Felis silvestris).
trzKatzen.
Die Haustiere, von denen bereits Millionen in Deutschland existieren,
man aufgrund der invasiven Gefahr, die von ihnen ausgeht über eine Kastrationspflicht für Freigänger nachdenkt,
mehrere endemische Populationen anderer Arten verdrängt haben und auch hier zu Lande als Freigänger jährlich den Tod zahlreicher Singvögel und auch Amphibien weiter befördern.
Nachzulesen z.B. hier , hier , hier oder hier .
Oder auch auf eurer eigenen Homepage ! … welch Ironie.
Versteht mich nicht falsch, auch ich bin Katzenbesitzer. Ich würde meine Katze jedoch niemals in unsere Umwelt entlassen und damit riskieren, dass sie unsere eh schon stark gefährdete Fauna weiter dezimieren könnte. Das Potenzial hat sie nämlich, wie kaum ein anderer Neozoen.
Ich hoffe inständig, dass Uke genau so handeln würde.
Das Problem ist jedoch, dass er das mit keinem Wort erwähnt hat und dazu aufruft lieber Katzen anstatt Schlangen zu kaufen.
Das ist schon irgendwie schizophren, oder etwa nicht?

 

Wenns dann aber trotzdem ein schöner Papagei sein soll oder ne Echse, dann bitte aus einer legalen Züchtung und nicht aus irgendwelchen Wildfang. [sic!]

Abgesehen von dem gebrochenen Deutsch endlich ein Punkt, der sinnvoll erscheint.

Manche Arten sind inzwischen so selten, dass jeder Wildfang das Überleben der ganzen Art bedroht.

Doch mit dem Nachsatz wieder zu Nicht gemacht wird.

Lieber WWF, ich denke nicht, dass Ihr auch nur das geringste von der Homoneo Aktion „Schwanzlurche sind geil“ gehört habt. Wie solltet Ihr auch?
Ich möchte es noch einmal kurz erklären:
SSG soll eine Aktion für Artenschutz sein.
Arten, die wir, die bösen Exotenhalter, mit Aufopferung unserer Lebenszeit, unserem Geld und manchmal auch strapazierten Nerven halten und züchten. Arten, die (zum Teil) nur noch durch den Eingriff von uns bösen Exotenhaltern existieren.
Diese Arten könnten für euch weniger bekannt sein. Denn es sind weder Pandas, noch prestigeträchtige Großkatzen, wie Tiger. Es sind Tiere wie z.B. kleine, graue Fische aus Mexiko, für die sich niemand anderes als böse Exotenhalter interessieren. Viele dieser Hochlandkärplinge (Goodeiden) sind stumm ausgestorben, ohne dass der WWF oder eine andere Tierschutz/Naturschutzorganisation größere Aktionen für den Erhalt der Arten in die Wege geleitet hätten.
Die Fische hatten das Pech kein Tiger oder Panda zu sein, sondern eben nur ein kleiner, grauer, langweiliger Fisch, für den sich die Gesellschaft wenig interessiert.
Doch langweilig finden ihn diese bösen Exotenhalter überhaupt nicht, wenn sie mit Leib und Seele für die Haltung und Zucht solcher Tiere leben.
Leider sind viele Hochlandkärpflinge aber in der Natur bereits ausgestorben. Die Ausfuhr ist illegal und man lässt die verbliebenen Tiere lieber im Industriemüll verrecken. Ist das etwa besser, als die letzten Tiere an engagierte Aquarianer zu geben? Alles oder Nichts?

Oder Peruphasma schultei, eine peruanische Gespensterheuschrecke, die sich fest im Hobby etabliert hat. Ihr natürlicher Lebensraum?
Wenige Hektar Naturschutzgebiet – daher eigentlich stets gefährdet. Dank Terrarianer und den vielen Nachzuchten nun sehr weit davon entfernt je auszusterben.

Oder die Vogelspinne Poecilotheria smithi. Wird in der bösen Exotenhalterszene nachgezogen, Nachzuchten werden auf bösen Exotenbörsen getauscht/verkauft und die Art selbst ist in Sri Lanka stark vom Aussterben bedroht.
Ist eben nur eine hässliche, giftige Spinne, für die sich niemand interessiert. In Sri Lanka stirbt auch sie einsam, denn Wildfänge werden als negativer Eingriff in den Artenschutz gewertet, selbst wenn die verbliebenen Tiere in die Hände der Leute kämen, die sich mit der Gattung auskennen und dafür sorgen, dass sie erhalten bleibt. Zum Glück gibt es aber bereits Züchter.

Oder sämtliche Fische aus dem Rio Xingu. Ein fatales Staudammprojekt aus Brasilien, der den Xingu aufstaut und dadurch einen Großteil der dort teils endemischen Fische aussterben lassen könnte.
Wir reden hier von sehr vielen Arten. Zum Beispiel Hypancistrus zebra, der ehemals als L 46 Einzug in die Aquaristik gefunden hat. Diese Welse sind äußerst beliebt und werden oft nachgezogen. Sie haben Glück gehabt, denn ihre prächtige Farbe verschafft ihnen quasi einen Sonderstatus. Der Panda der Süßwasseraquaristik quasi… 😉
Wenn das Staudammprojekt fertig ist und die Tiere in der Natur umgebracht wurden, sind Exotenhalter die einzigen Menschen, die dafür gesorgt haben, dass diese Art noch existiert. Ein paar Wildfänge für die Erhaltungszucht importieren? Unmöglich. Die IBAMA (Naturschutzbehörde) in Brasilien verhindert das.
Sie möchte lieber, dass seltene Arten durch ein unsinniges Industrieprojekt aussterben und kein Mensch auf der Welt die Möglichkeit bekommt, die Tiere zu erhalten.

Es gäbe noch so viele Beispiele. Sie sind bald alle nach und nach im SSG Projekt zu finden.
Und das nur für Arten, die Hobbyisten existent halten, weil weder der WWF, noch unsere Gesellschaft an solchen Tieren Gefallen finden, sie wahrscheinlich nicht einmal kennen, weil sich große Säugetiere einfach viel besser dafür eignen Werbung für den Artenschutz zu betreiben.
Somit fallen die vielen Exotenhalter und deren Arbeit für den Artenschutz komplett unter den Tisch.
Besonders, wenn der WWF mit Leuten wie Uke daherkommt und mit unsinnigen Argumenten allgemein Stimmung gegen eine sehr diverse Szene betreibt. Danke dafür WWF!

Die hier so verzerrt dargestellten Exotenhalter leisten etwas, wofür eigentlich Ihr stehen solltet: Artenschutz.
Ihr könnt diesen Hobbyzüchtern dankbar dafür sein, Arten zu erhalten, die ansonsten schon lange von diesem Planeten verschwunden wären.
Was ist mit dem WWF passiert, dass er diese Menschen in ihrem Engagement nicht unterstützt und sie stattdessen mit Videos so diskreditiert?
Das ist nicht mehr „mein“ WWF – das ist unseriöse und kontraproduktive Prestigepolitik, die am Ende Menschen daran hindert ihr Engagement für Fauna und Flora auszuleben.
Und das wiederum ist das Gegenteil eures eigentlichen Grundgedankens.

In tiefer Trauer,
euer Homoneo

 

Nachtrag:
Terrarianer – Der Terraristik Blog war (natürlich) viel schneller als ich und hat letztes Jahr bereits unmittelbar nach dem Auftauchen des Videos auf der Facebookseite des WWF einen Artikel darüber geschrieben und auch auf Nachfrage eine Stellungnahme des WWF erhalten.
Ihr findet diese hier:
http://terrarianer.blogspot.de/…/stellungnahme-des-wwf…
Positiv ist, dass der WWF Exotenhaltung nicht per se diffamieren möchte (auch wenn das Video genau dies tut) und seriöse Züchter und deren Anstrengungen anerkennt (was das Video eben nicht tut).
Wenn es der WWF also ernst meinen würde, wäre eine öffentliche Stellungnahme zum Inhalt des Videos angebracht gewesen, bei dem der WWF den völlig konträren Eindruck des Videos klarer herausstellt. In der immer noch existierenden Form des Videos dient es dazu Menschen zu erreichen, die wir ansonsten eher bei PETA vermuten würden. Menschen, die völlig unreflektiert gegen die Exotenhaltung sind und kein positives Licht an ihr lassen. Dieses Publikum dürfte mit dem Video Sympathie am WWF gefunden haben.
Statt also nach der Anfrage des Terraristik Blogs die Sache etwas differenzierter darzustellen, beruft man sich auf den für jeden offensichtlichen Humorfaktor des Videos und meint, dass man „es nicht so ernst nehmen sollte“. Genau das habe ich vermutet und daher zu Anfang gleich klar gestellt, dass eine humoristische Herangehensweise nicht bedeuten sollte, dass man den Inhalt so vereinfacht und verzerrt. Bestes Beispiel dafür sollte dieser Artikel sein.
Leider ist es aber ein ernstes Thema, weil es eigentlich um das Kernthema des WWF geht, was sie mit Videos wie diesem durch den Kakao ziehen und die Debatte vergiften. Die Wut vieler Aquarianer und Terrarianer verfliegt nicht so einfach.
Das Video gibt es auf Youtube weiterhin. Jeder kann es unkommentiert sehen.
Es ist irrelevant, wie alt das Zielpublikum statistisch gesehen ist. Youtube bietet auch Inhalte für Menschen an, die nicht unter verzögerter Pubertät leiden, wobei die vom WWF benannte Altersgrenze von 25 Jahren schon fast wie ein Hohn klingt. Zum Zeitpunkt dieses Artikels bin ich 28 und würde mich mit dem Inhalt der meisten Videos des WWF auf Youtube in meinem Intellekt beleidigt sehen . 😉
Es geht ja nicht darum, dass Uke zu albern wäre. Ist eigentlich ganz witzig gemacht und die bewusst trashige Darstellung ist auch unterhaltsam. Die war zu keinem Zeitpunkt Teil meiner Kritik.
Es geht einzig und allein um die Inhalte, die der WWF zu verantworten hat.
Überhaupt ist es nicht das einzige Video (wie mein Artikel gezeigt hat), welches sich inhaltlich auf einem Vorschulniveau befindet. Es ist die generelle Konzeption des Marketing, das scheinbar das Publikum ansprechen soll, welches auch PETA mit ihren „hippen Veganerblogs“ anspricht.
Deshalb stammelt dort auch ein Simon Unge in Videos herum, der außer Reisen, lächeln und Veganer sein nichts tut, was ihn für den WWF qualifizieren könnte. Doch als veganen WWF Botschafter, der trendy auf Youtube sein soll, reicht er scheinbar aus? Wie die meisten Inhalte von WWF Deutschland gehören solche Sachen in separate Kanäle des Jugendprogramms. Aber auch hier sollte der Inhalt stimmen und die junge Generation nicht gleich verblöden.
Ich finde der WWF sollte es nicht nötig haben, sich auf solch ein Niveau zu begeben und vor so einen Karren spannen zu lassen.
Letztlich steht das meiner Meinung nach alles in einem erheblichen Kontrast zu dem, was der WWF gegenüber dem Terraristik Blog gesagt hat und wirkt mit dieser Herangehensweise auf mich leider wenig glaubwürdig.
Schade.

 

 

 

 

Bilder:

Beitragsbild: Screenshot aus dem Youtube Video:
https://www.youtube.com/watch?v=xl7lobkykVM

Alle .gif Animationen von Giphy

Ein Kommentar zu: “Der W W F – Auf Peta’s Spuren

  1. Marco Bergmann 4. April 2017 19:02

    Sehr gut geschrieben! Ähnliche Kritik hatte ich damals dem WWF in Form eines Beschwerdebriefes zukommen lassen. In seiner Antwort stellte der WWF zwar klar, dass man mit dem Video gewiss keine seriösen Tierhalter beleidigen wollte, wirklich etwas gebracht haben die vielen kritischen Stimmen aber wohl nichts. Zumindest nicht für den Moment, weil das Video ja leider immer noch auf YouTube online ist. Es bleibt also abzuwarten, wie sich der WWF in Zukunft in der Öffentlichkeit zur sog. „Exotenhaltung“ äußert. Ich bleibe jedenfalls skeptisch. Ist das Vertrauen erst zerstört, kommt es so bald nicht wieder.

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