Die Zeit ist reif: Freiheit für Hunde & Katzen

Früher dienten Hunde und Katzen dem Menschen als Mäusefänger oder Hüter. Heute verbringen sie ihr Leben lang in meist viel zu kleinen Wohnungen, koten Innenstädte voll, fressen als Neozoen bedrohte heimische Arten und werden als lebendes Plüschtier verwendet. Schaffen wir sie endlich ab.

Hunde und Katzen sind domestizierte Tiere, die vom Wolf (Canis lupus) bzw. der afrikanischen Wildkatze (Felis silvestris) abstammen.

Einst dienten Katzen dazu, Hof und Speisekammer frei von Mäusen oder Ratten zu halten. Der Mensch kümmerte sich um die Tiere, stellte ihnen Futter und Wasser bereit und die Katze verrichtete ihre Arbeit.
Ähnlich funktionierte der Schulterschluss einst zwischen Mensch und Hund. Einzelne Wölfe schlossen sich dem Menschen an, der die Vorteile ihres Daseins erkannte, sich um sie sorgte und sie gleichzeitig zum Schutz einsetzen konnte.
Diese extrem verkürzte Darstellung der Domestikation zeigt, dass die ursprünglichen Intentionen des Menschen und der domestizierten Tiere schon lange nicht mehr unserer gesellschaftlichen Lebensrealität entsprechen. Hunde werden vielleicht noch als akustischer Wachhund im Reihenhaus eines Vorortes  verwendet, um potenzielle Einbrecher abzuschrecken. Ihre eigentliche Nutzung ist aber dank einer deutlich verbesserten Sicherheitslage in Industrieländern eher selten geworden. Auch als Schäferhund sieht man sie selten noch hier zu Lande.
Viel mehr sind während Hunderten von Jahren der Domestizierung in der jüngeren Zeit Rassezuchten hinzu gekommen, die entweder weiter den menschlichen Gelüsten (Hunderennen, Wohlstands-Jagd) frönen sollen oder visueller Perfektionen eines selbst erdachten Standards auf Rasseschauen genügen sollen.
Dabei landen nicht selten Hunde bei Großstädtern oder als günstiger Alarmanlagenersatz in kleinen Reihenhausvorgärten und sind zum Gassi gehen dem Wohlwollen ihrer Besitzer ausgesetzt. Ob die 70m² möblierte Bruttofläche wirklich annähernd den Bedürfnissen der Tiere gerecht werden mag? Die Herkunft von Haushunden wird schnell verleugnet, wenn man das Todschlagargument der Domestikation einbringt. Wolfsvorfahren hin oder her – „jetzt sind die Tiere ja über zich Generationen an die Haltung in Menschenhand gewöhnt“.  Aber einst war die Intention der Hundehaltung eine andere.

Ebenso verhält es sich bei Katzen. Entweder fristen die Tiere ihr Dasein in einer Wohnung oder sie werden in Straßennähe den Gefahren unserer Zivilisation ausgesetzt, die das durchschnittliche Alter von Freigängern deutlich reduzieren. Doch abgesehen vom städtischen (Über)Lebensrisiko von Katzen, verursachen sie auch noch als Neozoen Schäden an unserer Natur.
Da mag das Erbeuten von selten gewordene Vogelarten ein kleines Risiko sein, doch langsame und landesweit akut bedrohte Amphibien sind da schon  deutlich kritischer. Es gibt keine Verbote für Freigängerkatzen in der Nähe von Naturschutzgebieten / Feuchtgebieten und selbst wenn: Die Katze selbst würde sie nicht lesen können.
Und so sind Freigänger auch immer ein potenzielles Risiko für die bedrohte Artensituation bei uns oder anderswo. Gerade wenn es um Amphibien geht, die nicht dauerhaft im Wasser leben, egal ob in Deutschland oder den USA, können Katzen eine weitere Bedrohung neben der viel essenzielleren Lebensraumzerstörung, Verschmutzung oder grassierender Pilze sein. Auch ein Zünglein an der Waage wäre in diesem Falle äußerst kontraproduktiv.

Dieses Risiko geht jedoch der Mensch ein. Der Mensch hat entschieden Hunde und Katzen weiterhin halten zu dürfen, obgleich ihre ökologische und sinngebundene Haltung sich schon lange in Industrieländern überlebt hat.
Einst aus anthropozentrischer Sicht erschaffen, um dem Menschen beim Überleben zu helfen, verbleiben sie aus dem selben Grund in Millionen deutscher Haushalte. 12,9 Mio. Katzen und 7,9 Mio. Hunde leben in deutschen Wohnungen und Häusern. ( https://de.statista.com/themen/174/haustiere/ )

Dabei ist weder ein ökologischer Mehrwert, noch ein Nutzen zu erkennen, der über egoistische Bedürfnisse, die ersetzbar wären,  hinaus geht.
Ganz im Gegenteil: Diese knapp 21 Mio. Hunde & Katzen müssen auch ernährt werden. Kaum ein Halter schaut dabei auf die Herkunft des Fleisches oder des Fisches, die in einer Dose stecken. Dass es sich dabei immer nur um Schlachtabfälle handelt, die von uns nicht verwendet werden, ist bei der Werbung vieler Hersteller auszuschließen. Es gibt Dosenfleisch, welches Lebensmittelqualität aufweist und von Menschen gegessen werden kann. Daneben gibt es Unmengen verschiedener Fischgerichte, insbesondere im Bereich des Katzenfutters.
Das ohnehin schon fragwürdige MSC Siegel? Selbst das sucht man vergebens. Viele Produkte bleiben unbekannter Herkunft.
Einige Hersteller lassen das Futter zudem im Ausland produzieren, Thailand wäre hier z.B. zu nennen. Ob es sich hier um einigermaßen würdige Haltungsmethoden der geschlachteten Tiere handelt, die zumindest europäischen Standards genügen? Man darf es zumindest stark anzweifeln.

Letztlich gilt es sich die Realität vor Augen zu führen: Für die angebliche Tierliebe schaut bei Hunden und Katzen niemand so genau auf die Herkunft des Futters, welches aus fragwürdigen Bedingungen stammen könnte. Wir nehmen eine Tierqual in Kauf, um uns liebevoll um die Tiere zu kümmern, die wir nur noch aus einem Selbstzweck halten, obgleich wir deren ursprünglichen Bewegungsfreiraum nicht mehr garantieren können. Dann posieren wir bei Facebook oder bei unseren Freunden wie tierlieb wir seien und „der beste Freund des Menschen“ bleibt als Floskel unsere einzige Rechtfertigung.

Tierdokus & Plüschtiere statt Hunde und Katzen.

Wer sich wirklich für Tiere einsetzen möchte, sollte auf den Erwerb von Hunden und Katzen verzichten und stattdessen das gesparte Geld in Spenden investieren. Kuscheleinheiten kann auch ein Plüschtier bieten und glückliche Hunde und Katzen findet man auch in einer Doku im Discovery Channel.
Lasst sie frei!

 


 

Zur Erklärung:
(ich musste diesen Teil des Artikels leider etwas deutlicher hervorhaben, da er mehrfach überlesen wurde. Ohne ihn wird jedoch der erste Teil nicht klar – Sie sollten daher unbedingt weiter lesen, um zu erfahren, warum Sie Ihren Hund und Ihre Katze auf  jeden Fall behalten sollten!… 😉 )

Sicherlich haben Sie es schon mitbekommen:
Die ZEIT hat gleich mehrfach zum „Kampf“ gegen Terrarianer und Aquarianer aufgerufen. Unbedachte Artikel mit bewussten Fehlinformationen wie aus der Feder PETAs selbst haben zu zwei sehr einseitigen und sachlich arg verzerrten Artikeln geführt.
( http://www.zeit.de/2016/40/aquarium-hobby-forschung-oekologie-tierschutz & http://www.zeit.de/wissen/umwelt/2016-09/haustier-artenschutz-cites-gecko-papagei-schmuggel )

Der Inhalt und die Argumentationen wurden von Homoneo bereits mehrfach in sehr ähnlicher Form durchgekaut. Wenn Sie wissen wollen, warum diese PETA-Argumentation Unsinn ist, schauen Sie in alten Artikeln nach…
Neu ist, dass auch ein eigentlich sehr seriöses Medium wie die ZEIT das Thema derart einseitig betrachtet. Die Inhalte kann man in Teilen genau so in Artikeln und Argumentationen von PETA finden, die bekanntlich ja bereits mehrfach mit wirren Schlussfolgerungen und Zahlen herumgespielt haben.

Der Kampf gegen den sogenannten „Exotenhalter“, einem Typus Mensch der eigentlich undefinierbar ist, erreicht langsam auch die mediale Öffentlichkeit. Sicherlich gab es dabei auch den zeitlichen Zusammenhang zur eben stattgefundenen CITES Konferenz, bei der einige neue Haltungsbeschränkungen durchgesetzt wurden. Dies medial mit derart einseitigen Artikeln zu begleiten und sich lediglich auf Zahlen zu verlassen, die von einer Organisation wie PETA stammen, hat jedoch nichts mehr mit Journalismus zu tun. Womöglich eher mit Faulheit oder einer Befangenheit, die eine objektive Betrachtung der Sachlage nicht zuließ.
Scheinbar keiner der Autoren hat sich zuvor mit den Menschen beschäftigt, die diese Tiere wirklich hielten. Niemand hat den VDA oder den DGHT um Informationen gebeten, um dann einen ausgewogenen Artikel zu schreiben, der nicht per se eine Szene diffamiert, die in Teilen aufopferungsvoll Arten erhält, die die Autoren durch ihr tägliches Leben wie wir alle passiv töten. Damit sind Dinge gemeint, wie der Konsum von ökologisch fragwürdigen Lebensmitteln, dem Fliegen mit dem Flugzeug oder das Fahren mit Autos. All diese Prozesse zerstören in den Tropen Lebensräume. Sojaanbau, Bio Sprit und Co – das alles hat jeder Mensch in Industrieländern mitzuverwantworten, wenn er ein aktives Mitglied unserer Gesellschaft sein möchte.

Es gibt sicherlich auch viele, sehr viele selbstsüchtige Aquarianer und Terrarianer, die eine höchst negative Ökobilanz aufweisen, doch gibt es eine medial eher weniger bekannte Szene in beiden Bereichen der Tierhaltung, die anders als Katzen- und Hundehalter grundlegende Erkenntnisse zu Arten oder gar Nachzuchten vorzuweisen haben, die einen Teil zur Arterhaltung beitragen konnten.
Viele mexikanische Hochlandkärpflinge beispielsweise existieren nur noch in privaten Hobbyzuchten, sind aber in der Natur quasi ausgestorben.  Die Autorin oder den Autor interessieren derartige Dinge wohl eher weniger, da ihnen die fachliche Kenntnis zu fehlen scheint und kleine hässliche graue Fische in Mexiko keine globale Lobby haben. Das Aussterben des Sumatra Nashorns oder Großkatzen dann schon eher. Während also unbemerkt jeden Tag viele Arten aussterben, die in Spezialistenhand weiter erhalten werden könnten, kümmern sich Medien und große Vereine wie der WWF und Co eher um die Tiere, mit denen sich eine größere Aufmerksamkeit gewinnen lässt. Nicht umsonst ist der Panda das Wappentier des WWFs und nicht ein 5cm großer Fisch.

Es werden immer jene Geschichten in den Fokus rücken, die eine möglichst hohe Leserschaft ansprechen. Das ist eigentlich auch nicht verwerflich. Jedoch wird es das, wenn im Umkehrschluss überhaupt keine Recherche zu diesem Thema stattfindet und dann Menschen, die solche unpopulären Arten halten und nachzüchten mit falschen Argumenten denunziert werden sollen.
Auch Lygodactylus williamsi ist ein Beispiel, welches schlechter nicht gewählt sein kann, aber optimal im ZEIT Artikel dafür war, die Unkenntnis des Autors  zu entlarven. Diese Art ist so beliebt in der Terraristik, dass die eigentliche Gefahr der Lebensraumzerstörung durch die enorme Präsenz in der Terraristik durch Nachzuchten ausgeglichen werden könnte. Die Tiere sind seit einigen Jahren so gefragt, dass jeder, der sie hält, über kurz oder lang eine Nachzucht versuchen möchte. Gerade L. williamsi hat das Glück durch seine relativ einfache Haltung, geringe Größe und attraktive Färbung selbst bei völliger Zerstörung des Lebensraumes noch für sehr lange Zeit in der Terraristik erhalten zu bleiben. Dass aufgrund der Beliebtheit Wildfänge verboten werden müssen, ist natürlich klar. Auch den meisten Terrarianern, die auf Nachzuchten setzen. Wildfänge sind gerade in der Terraristik verpönt! Der Eindruck, den der Autor vermitteln wollte, war jedoch etwas anders…
Gleichzeitig die Leute zu diffamieren und der Tierquälerei zu bezichtigen, die aktiv durch Einsatz ihrer Zeit und ihres Geldes mit ihrem Hobby für eine Erhaltung einer gefährdeten Art beitragen, das ist unterster Boulevard Journalismus und einer ehrwürdigen ZEIT nicht würdig.
Soll das die journalistische Zukunft sein? Ich hätte mich zukünftig gerne als ein Teil von ihr gezählt, kann mich aber bei solchen haarsträubenden Sofarecherchen nur noch distanzieren.

Genau aus diesem Grund entstand auch der Artikel, den Sie eben gelesen haben.
Hier geht es nicht darum Katzen- und Hundehalter schlecht zu machen.
Ich überlasse Ihnen selbst die Möglichkeit zur eigenen Reflexion über dieses Thema. Es geht darum zu zeigen, dass Hunde- und Katzenhalter eine deutlich größere Lobby hinter sich haben, da sie bekanntlich auch ein wirtschaftlich nicht zu verachtender Faktor sind, ganz im Gegensatz zu Terrarianern oder Aquarianern bzw. jene Leute, die als „Exotenhalter“ gebrandmarkt werden. Gerade letztere sind im Gesamtbild der Heimtierhaltung fast zu vernachlässigen.

Ich habe in diesem Artikel bewusst keine falschen Tatsachen wiedergegeben, sondern versucht ein Bild zu vermitteln, dass man bei einer objektiven Betrachtung des Themas durchaus bekommen kann. Ich bin jedoch selbst Katzenhalter und würde niemand dazu zwingen wollen seine Katze oder seinen Hund abzugeben, ganz im Gegenteil.
Es handelt sich also nicht um einen Appell, es ist ein Gedankenanstoß, denn:

Warum sollte man Terrarianer & Aquarianer so sehr verachten und Hunde- & Katzenhalter unreflektiert befürworten?
Niemand käme auf die Idee auf offener Straße einem Hundehalter zu sagen, dass er seinen Hund abgeben sollte, da er kein Recht dazu hat aus einem anthropozentrischen Interesse seinen Hund in einer Mietswohnung zu halten.
Aber andererseits bei der bloßen Erwähnung, dass man eine Python zuhause hält, abfällige Bemerkungen bekommt. Meist mit einer Begründung  a la: „Das geht nicht, die gehören in Freiheit. Die kann man gar nicht artgerecht halten!“
Das ist leider Alltag und spiegelt sich auch in den unwahren Artikeln der beiden ZEIT Autoren wider.

Es geht hier nicht darum, welche fragwürdigen Tiere man hält, es geht darum, ob wir uns als Mensch die Freiheit nehmen dürfen, uns um Tiere zu kümmern und sie halten zu dürfen? Und wenn Hunde- und Katzenhalter dies dürfen, obgleich es berechtigte Einwände gäbe, warum dürfen es Aquarianer und Terrarianer nicht, wenn sie im Gegensatz dazu noch die Möglichkeit haben einen ökologischen Mehrwert aus ihrer Pflege erzielen zu können, den andere Tierhalter nie erzielen können?
Die Diskussion über Exoten ist selten eine sachliche. Auch viele Befürworter unter den Aquarianern und Terrarianern äußern sich in letzter Zeit häufig unsachlich und emotional gegenüber Tierrechtlern und verwandte Kollektive. Dabei bedienen sie sich mitunter auch den selben Mitteln und setzen unwahre Gerüchte und Behauptungen in die Welt, um ihr Gegenüber bloß zu diffamieren.
Dass dies der völlig falsche Weg ist und auf einem, der Sache nicht mehr würdigen, Niveau agiert, muss ich Ihnen als Homoneo Leser sicherlich nicht mehr erklären…
Ich möchte, dass Sie sich differenziert mit dem Thema auseinandersetzen und nun vielleicht gesehen haben, dass es nicht so simpel ist „Exoten“haltung an sich zu verteufeln, gleichzeitig aber bei anderen Tieren rein emotional zu argumentieren und wichtige Aspekte auszublenden.
Tierhaltung per se ist keine Gefangenschaft im menschlichen Sinne, alleine schon, weil nur wir als Mensch das Prinzip von Freiheitsentzug verstehen können. Sie kann es jedoch sein, aber das liegt an den Menschen, die den Grundgedanke von Tierhaltung nie wirklich begriffen haben –
Man hält sich keine Tiere, man bemüht sich darum ihnen ein möglichst artgerechtes Heim bieten zu können und stellt ihre Ansprüche immer über eigene Befindlichkeiten. Kann man das nicht, sollte man die Tiere in bessere Hände abgeben.

Dieser Grundsatz gilt für Hundehalter wie für Reptilienhalter gleichermaßen.
Halten Sie sich daran und argumentieren Sie nicht, wenn Sie nicht ausreichend Fachwissen zur Materie besitzen.
In diesem Sinne hoffe ich, dass Sie als Leser diesen Artikel so verstanden haben, wie er zu verstehen war.
Vielen Dank für Ihre Aufmerksamkeit, ich gehe jetzt meine Katze füttern, nachdem ich meine Jungfische versorgt habe.

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Beitragsbild:

Screenshot von: www.zeit.de/2016/40/aquarium-hobby-forschung-oekologie-tierschutz , Überarbeitung durch Homoneo.

 

 

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