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Schwanzlurche sind geil !
Und viele andere Tierarten auch.
Warum lassen wir sie dann im Stich?

Leider hat es ein Großteil aussterbender Arten schwer eine breite Akzeptanz in unserer Gesellschaft zu finden.
Die Öffentlichkeit interessiert es nicht, wenn ein beliebiges Insekt oder ein kleiner Fisch für immer von unserem Planeten verschwinden.
Warum?
Weil uns ein aussterbender Panda oder majestätische Löwen viel leichter emotional binden.
Weil sie in der Gesellschaft präsenter sind
und
weil die Fähigkeit Empathie zu empfinden viel einfacher ist, als wäre es eine uns viel fremdere Art, wie beispielsweise Wirbellose.

Alles das, was uns fremd erscheint, bleibt von vielen Tierschutzorganisationen abgestempelt als Exot im Verborgenen.
Es gibt jedoch Menschen, die bewusst oder unbewusst nicht Teil dieses gesellschaftlichen Konsens sind.

Und das sind engagierte Tierhalter.

 


Auf dieser Seite möchte ich Ihnen eine kurze Information zu Arten geben, die durch die Hobbyhaltung von Reptilien, Fischen oder Insekten positiv beeinflusst wurden. Sie können bewusst oder unbewusst dazu beigetragen haben, dass Arten, die kaum im öffentlichen Fokus stehen, vor dem Aussterben gerettet wurden.
Schwanzlurche dienen hierbei als „catch phrase“ und stellvertretend für eine ganze Ordnung, die für sich betrachtet sehr wenig Beachtung findet.
Wussten Sie beispielsweise, dass alle in Deutschland heimischen Schwanzlurche stark bedroht sind?
Diese Tiere benötigen eine Lobby. „Schwanzlurche sind geil“ soll zeigen, welche positiven Einflüsse Hobbyisten auf den Artenschutz nehmen können.
Es folgen immer wieder erweiterte „Banner“ mit Hintergrundinformationen über Arten, die ohne Aquarianer, Terrarianer & Co bereits von unserem Planeten verschwunden wären oder kurz davor stehen…


 

Der Feuerschwanz – Epalzeorhynchos bicolor
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Der bereits seit Mitte des 20. Jahrhunderts in der Aquaristik etablierte Feuerschwanz (Epalzeorhynchos bicolor) galt lange Zeit bereits als ausgestorben. Erst vor ein paar Jahren entdeckte man erneut wildlebende Bestände.. Die Art kommt ausschließlich in Thailand in einem kleinen Gebiet vor.
Zwar wurde die Art in der Vergangenheit auch für die Heimtierhaltung stark befischt, was sich auf den Bestand ausgewirkt hat, jedoch besteht die größte Gefahr in der fortschreitenden Zerstörung ihres Lebensraumes, der in den letzten Jahrzehnten dramatische Ausmaße angenommen hat und von dem auch viele andere Fischarten in Thailand betroffen sind. Man kann daher davon ausgehen, dass die Art über kurz oder lang ausgestorben wäre.
Als Aquarianer werden Sie sicher nun fragen: „Nanu? Feuerschwänze hat doch nun wirklich jeder halbwegs ordentliche Zoofachhandel?“
Das ist richtig, denn aufgrund ihrer großen Beliebtheit in der Aquaristik wurden die Tiere kommerziell interessant. Als Speisefisch kaum geeignet, werden sie seit vielen Jahrzehnten in großen Zuchtfarmen in großen Mengen nachgezogen. Heute kommen schon lange keine Wildfänge mehr in den Zierfischhandel.
Zwar ist ihre Nachzucht im heimischen Aquarium ein fast unmögliches Unterfangen, doch durch ihre Beliebtheit bei Aquarianern konnte man den Bestand der Art sichern. In diesem Fall war das kommerzielle Interesse an der Art aufgrund von Aquarianern auf der ganzen Welt auch gleichzeitig die Rettung für die Art E. bicolor, die ansonsten möglicherweise bereits ganz von unserem Planeten verschwunden wäre…
Quellen: http://www.iucnredlist.org/details/7807/0

 

 

 

 

Peruphasma schultei, die Samtgespensterheuschrecke

Peruphasma schultei hatte Glück im Unglück: Ihr Lebensraum umfasst nur ein paar wenige Hektar Waldgebiet in Peru und drohte damit von unserem Planeten zu verschwinden. Erst 2004 entdeckt, erkannte man schnell, dass diese endemische Art akut gefährdet ist.
Ihr kleiner Lebensraum wurde in Folge dessen zu einem Naturschutzgebiet und man fing damit an die Art nachzuziehen (2007). Zuerst zur Arterhaltung, um die Nachzuchten in ihrem Lebensraum auszuwildern, später fanden die Tiere auch Einzug in die private Hobbyhaltung. Diese Idee der Arterhaltung war die Rettung.
Ihr Glück war dabei wohl ihre außergewöhnlich schöne Färbung, die sie bis heute zu sehr beliebten Pfleglingen im Bereich der Wirbellosenhaltung macht. Die Tiere sind auch in Deutschland sehr einfach zu halten und benötigen keine weitere Technik. Ihre bevorzugte Futterpflanze ist Liguster, der glücklicherweise hier zu Lande gerne als Heckenbepflanzung genutzt wird.
Die Reproduktionsrate in Gefangenschaft ist sehr hoch und mittlerweile findet man die Tiere auf jeder kleinen Terraristikbörse.
Dass die Tiere jemals wieder aussterben könnten ist, solange dieser Exot in Privathänden gehalten wird, nahezu ausgeschlossen, denn mit der Vielzahl von Nachzuchten, die existieren, ließe sich der Bestand in Peru immer wieder stabilisieren.
Peruphasma schultei hatte Glück im Unglück.
Man kann für P. schultei daher nur hoffen, dass kurzsichtige Stimmen nicht weiterhin das Ende von sogenannten „Exotenbörsen“ befeuern, die vermutlich die Individuenzahl von P. schultei immens verringern würde, da es dafür sorgen würde, dass neue Pfleger der Art kaum mehr zu gewinnen sind. Im Handel vertreten sind diese schönen Tiere kaum. Von der Entdeckung bis zur Arterhaltung in Privathand vergingen lediglich einige Jahre. Als die Tiere um das Jahr 2007 in Privathänden auftauchten, kam es in den Folgejahren rasch zu einer Stabilisierung des Bestandes unter Phasmidenhaltern. In weniger als 10 Jahren hat man die Tiere vor dem Aussterben bewahrt.
Peruphasma schultei – Das Paradebeispiel für die Leistungen, die private Exotenhalter erbracht haben und den immensen Schaden, den Börsenverbote der Fauna unseres Planeten anrichten könnten.

Quellen: u.a. https://de.wikipedia.org/wiki/Samtschrecke

 

 

Der heimische Feuersalamander (Salamandra salamandra)

Vielen Menschen ist überhaupt nicht bewusst, dass der in Deutschland heimische Feuersalamander (Salamandra salamandra) deutlich seltener geworden ist und wie alle einheimischen Amphibien hier zu Lande bedroht ist.
Dies liegt zum einen wie immer an der Zerstörung seines Lebensraums, der auch in Deutschland durch Kulturlandschaften und dadurch immer seltener gewordenen Biotopen der Art fortschreitet. Hinzu kommen jedoch auch andere Faktoren, wie wildernde Hauskatzen oder die bedrohliche Pilzerkrankung, die seit einigen Jahren global für Bestandsbedrohungen zahlreicher Amphibien sorgt.

Es steht also nicht allzu gut um den Erhalt dieser Art in Deutschland. Wären da nicht zahlreiche Terrarianer, die diese Tiere als Hobby pflegen und vor allem: Sehr häufig nachzüchten.
Auf einschlägigen Börsen, die gemeinhin als „Exotenbörsen“ tituliert werden, finden sich mitnichten bloß illegale Wildentnahmen dieser Art. Salamandra salamandra (und viele seiner Unterarten) sind häufig mit einem entsprechendem Herkunftsnachweis zu erstehen, wie auch Portale zeigen. Hier können Terrarianer in Deutschland noch aktiv Naturschutz und Artenschutz betreiben und das tun sie (im verborgenen auch). Leider ist das öffentliche Interesse an Haltern nicht typischer Haustiere nämlich eher negativ besetzt.
Doch zeigt gerade der Fall des Feuersalamanders, wie wichtig diese Tierhalter sind, dass sie praktischen Artenschutz leisten können und auch, dass ihr Hobby im Gegensatz zur Haltung domestizierter Hauskatzen eine gewisse Nachhaltigkeit mit sich bringen kann! Ohne Tierbörsen wäre die Dichte von Salamandra-Züchtern sicherlich nicht einmal mehr halb so hoch und wir müssten uns in der Zukunft wohl mit dem Gedanken anfreunden, dass diese außergewöhnlich hübsche, einheimische Art nur noch in Büchern zu bestaunen ist…