Guter Tierschutz, schlechter Tierschutz Teil 2 – Der Sinn dieser Seite.

Experiment geglückt. Nicht nur die fanatischen Tierrechtler denken in Sparten, auch jene, die sich gegen PETA organisieren oder den Tierschutz denunzieren möchten können das ausgezeichnet.

Eben das zeigte sich mir, wie eigentlich erwartet,  dass Artikel dieser Seite, die den Tierschutz kritisieren im Milieu der fleischessenden Tierhalter Gesellschaft großen Anklang fanden, Artikel in denen es darum ging zu zeigen, dass Dinge wie Vegetarismus aber gut sind, nicht. Booya!
Man sucht sich gerne meinungsbildende Medien, die genau die Meinung abbilden, die man sowieso schon besitzt. Nach diesem Prinzip funktionieren teilweise ja auch Verschwörungstheorien:
Die objektive Betrachtungsweise einer Sachlage, bei der ohne Spartendenken der Sachverhalt objektiv angegangen wird, ist ein seltenes Gut. Schließlich ist die Bestätigung für einen selbst ein positives Gefühl, sich hingegen mit einer anderen Meinung objektiv zu befassen anstrengend und zeitaufwändig. Zudem fehlt der positive Effekt für einen selbst – die Bestätigung.
Wie ich bereits im ersten Teil von “Guter Tierschutz, schlechter Tierschutz” gesagt habe, sind nicht nur bei den Befürwortern des Vegetarismus/Veganismus und des Tierrechts Menschen, die klar zwischen “bösen Fleischessern, die Tiere in Terrarien quälen” und jene, die vegan leben, kategorisieren, nein das selbe gilt auch für die tierschutzkritische, fleischessende Bevölkerung.
Und da liegt der Sinn dieser Seite.
Ok, zugegeben, das ist vielleicht einer meiner Hauptanliegen, aber andere Dinge machen auch Spaß! 😉
Zur Zeit ist es nämlich so, dass ein großer Teil der tierschutzkritischen Bevölkerung Vegetarismus weder akzeptiert, noch respektiert. Ganz zu schweigen davon, dass dieser als irrationale Handlung abgetan wird und sein unumstritten positiver Nutzen mit scheinheiligen Argumentationen kleingeredet wird, um sein eigenes Gewissen zu beruhigen. Thema Rechtfertigung (Bla.)
Das ist ungefähr so, als die Sklaverei in den USA in Frage stand; “Wie? Das ist doch mein Hausneger!”
Oh, oh. Habe ich da etwa faschistische Ansichten mit Tierleid verglichen, so wie es unser Liebling PETA tut?
Das ruft bekanntlich die Reaktion hervor:
“Da sind sie wieder die scheiß Tierrechtler! Faschisten, menschenverachtend! Und Hitler war ja auch Vegetarier!”
Abgesehen davon, dass es mich freut, dass ich es in fast jedem Artikel geschafft habe “Hitler” sinnvoll einzubringen und damit ein weiteres Ziel dieser Seite erfüllt habe meinen Sinn für primitiven Humor offenbart habe, stellt sich natürlich die Frage: Wann –

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verdienen Tierquäler denn nun eine höhere Strafe, als Homo sapiens-Quäler?
Und wann –

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nicht?

Zugegeben, diese Zitate stammen von unterschiedlichen Personen, unterschiedlichster Sachzusammenhänge, aber im Getümmel der Facebook Hysterie, sind die Fronten nicht so klar verteilt.
Oder glauben Sie, dass die, die die Rufe nach Todesstrafe von sich gaben allesamt Veganer sind, die sich bei PETA organisieren?
Nein, natürlich sind sie das nicht.
Es sind genügend unter ihnen, die jeden Tag ihr Steak, Würstchen oder anderes Getier essen. Dafür sind sie auch nicht per se zu verurteilen. Halte ich diese Scheinheiligkeit aber für falsch, dann muss ich mich als weltfremder Spinner darstellen lassen.
Aber auch, wenn ich mir jene ansehe, die PETA in so einem Fall denunzieren und den Vegetarismus gleich mit “Pseudoreligionen” meinen gleich setzen zu wollen oder ihn als “Glaube” abtun, jene die dies tun, obgleich sie selbst Tiere halten und diese angeblich von jeglicher Qual fernhalten möchten… – Verdrängung oder Absicht?
Oder bei jenen, die von fleischessenden Tierhaltern als Tierquäler bezeichnet werden, wenn sie beispielsweise einen Fisch in einem zu kleinen Aquarium halten –
da stellt sich für mich unweigerlich die Frage:
Wie viel Doppelmoral hält ein Mensch eigentlich aus?
Spätestens seit Facebook sollte man meinen: ∞ .

Der unangenehmen Frage, nach dem “Wert des Lebens” weichen wir nämlich lieber aus.
Natürlich, viele Tierliebhaber würden sagen, dass jedes Lebewesen ein Recht auf Leben hat, nicht unnötig gequält werden darf oder jedes Leben wertvoll ist.
Aber was bedeutet es eigentlich, wenn dem so wäre?
Theoretisch wären wir dann in der Nähe von dem, was PETA uns aufdrängen möchte: Gleiches Recht für Tier und Mensch, bei dem selbst die Haltung von Tieren verboten ist, da diese die Freiheit einschränkt. Vergleiche zwischen Völkermord und Schlachthöfen wären eine logische Konsequenz daraus und folglich legitim.
Denn, wenn jedes Lebewesen ein Recht auf Leben hätte, dann dürfte dazwischen nicht mehr differenziert werden.
Nun gibt es aber einen großen Unterschied zwischen Homo sapiens und dem Rest der Tierwelt: Andere Tiere kennen keine Rechte. Sie kennen keine Gesetze. Halten sich an keine Gesetze. Folglich wäre es ein rein menschlicher Gedanke andere Tiere in ein menschliches System einzufügen und ihnen etwas zu zugestehen, dass sie weder verstehen, noch benötigen.
Es wäre ein unberechtigter, weiterer Eingriff in die Natur, durch den Menschen.
Daher kann es kein Ziel sein Tierrechte in dieser Form zu generieren, wie es ein Verband wie PETA möchte.
Gleichzeitig kann ich mich aber nicht hinstellen und sagen, dass jedes Leben für mich gleichwertig wäre. Oder ich schreckliche Strafen für jene fordere, die Tiere töten. Insbesondere nicht dann, wenn ich es selber tu.
Folglich bleibt entweder der generelle Verzicht auf Tierschutzgesetze oder eine andere Möglichkeit übrig.
In unserer Gesellschaft versucht man sich gerade an der “anderen Möglichkeit”. Es stehen sich (Heuchler auf beiden Seiten) die bekannten Fronten unversöhnlich gegenüber.
Moderate Stimmen gibt es von beiden Seiten kaum bis gar nicht. Jedenfalls wird das nicht großartig artikuliert. In meinem subjektiven Empfinden, dass aus meinen persönlichen Erfahrungen besteht, sind diese abwiegenden Menschen aber zahlreich.
Schließlich besitzen wir auch einen moderaten Tierschutz, der unnötiges Tierleid verhindern soll.
Und hier ist der springende Punkt; Wer will beurteilen, welches Tierleid unnötig ist? Diese Anmaßung ist derzeit noch voll von erwähnter Doppelmoral, basierend auf Euphemismen und Duckmäusertum.
Genau hier hinein preschen Organisationen, wie PETA, die diese Scheinheiligkeit aufdecken, ihr aber gleichzeitig auch ihre, andere Ansicht des Zusammenlebens aufdrängen möchten.
Dass gerade PETA mit ihren Forderungen jedoch das Gegenteil erreichen von dem, was sie wollten, habe ich bereits ein paar mal erklärt.
Doch selbst das äußerst blinde PETA findet ein Korn, weil dort noch ein ganzes Weizenfeld vor uns liegt.
Wenn wir also gemäß unseres gesellschaftlichen Konsens, dass Tierleid so gering wie möglich zu halten ist, agieren, dann muss die Konsequenz daraus sein auf tierische Produkte Stück für Stück verzichten zu können. Alles andere ist Augenwischerei, denn so wie wir nach möglichst Tierleid vermeidende Tötungsmethoden gesucht haben, müssen wir uns die Frage gefallen lassen, warum wir überhaupt hundert Sorten Wurst im Supermarkt haben müssen und in fast jeder Stadt mindestens ein McDonalds, wenn wir genauso gut ohne all das überleben könnten?
Glauben Sie wirklich, dass es die Realität in Schlachtbetrieben ist, dass viele tausende Tiere täglich ohne sinnloses Leid getötet werden können, wenn die USA es nicht einmal schafft alle paar Monate einen Menschen schmerzlos zu töten? ( http://www.zeit.de/news/2014-09/04/usa-us-behoerde-qualvolle-hinrichtung-wegen-fehlern-bei-giftinjektion-04224603 )

Jemand, der Fleisch bewusst verzehrt, muss damit leben, zu wissen, dass er Tierleid, welches vermeidbar wäre, faktisch unterstützt. Alles andere wäre lächerlich.
Dieses Bewusstsein fehlt vielen Menschen jedoch oder sie streiten es ab.
Schlimmer noch; Facebook Seiten wie “PETA – Nein Danke“, oder “Gerati.de” möchten nicht nur jene, die PETA & Co unterstützen kritisieren, sie nehmen wie so oft Vegetarismus und Veganismus mit ins selbe Boot, weil es einer der Punkte ist, die PETA ja auch propagiert und wollen durch aggressive Gegenpropaganda ihre Ansichten bekräftigen. Nämlich die, dass Fleisch essen prima ist und:
http://www.gerati.de/2014/09/02/kein-veganer-lebt-vegan/
ideologisieren Vegetarier selber!
Sie haben nämlich oft überhaupt nicht begriffen, dass es nicht um Ideologien geht, die den unbedingten Willen auf alles Tierische zu verzichten beinhalten, sondern um ein gesellschaftliches Ziel, welches den möglichst geringen Schaden an fremden Leben bedeutet.
Beispiele dieser Seite:

Ich persönlich bezweifele, dass ein Veganer im Angesicht des Todes, auf tierversuchsgeprüfte medizinische Versorgung verzichtet! Jedenfalls kenne ich keine Möglichkeit, eine Notbehandlung unterbinden zu lassen!

Natürlich müssten sie das nicht, denn es geht um ihr eigenes Überleben. Auch andere Tiere töten, um zu überleben.
Aber geht es darum auch, wenn sie zwischen Rügenwalder Teewurst und fünf anderen Sorte wählen dürfen?

Weiterhin dürften Veganer wohl eher im Dunklen sitzen, sterben nicht Millionen Tiere, durch die Erzeugung von Strom. Egal ob es in den Turbinen der Wasserkraftwerke, oder in den riesigen Flügeln der Windräder geschieht.

Nein dürften sie nicht. In unserer derzeitigen Zivilisation ist Elektrizität in vielen Bereich so wichtig geworden, dass es sogar zum Überleben gebraucht wird. Auch für unseren Nahrungserwerb von großer Bedeutung. Und ohne Elektrizität wäre eine weitere Entwicklung der Menschheit heute kaum denkbar. Sie ist ihnen also für eine weitere Entwicklung zuzugestehen.
Wir müssen nicht zwingend in einem Dorf wie vor 10.000 Jahren leben, aber

Selbst die so hochgepriesene Solarenergie hat schon den ersten Vögeln beim Überflug über ein riesiges Solaranlagefeld durch die rückgeworfenen Hitzestrahlung den Tod gebracht!

bei einem Super GAU von Atomkraftwerken müssten wir das vielleicht, gezwungenermaßen. Aber das ist natürlich ein anderes Thema 😉
Die Gefahren, die ein Atomkraftwerk beinhaltet sind um ein vielfaches größer.
Auch hier: Das vermeidbare Leid möglichst gering halten.

Kein Mensch kann Vegan leben, da allein bei der Nahrungsmittelherstellung Milliarden von Tieren sterben müssen. Durch Pflüge werden Lebensräume von Kleintieren, wie Feldmäusen vernichtet. Bei der Ernte sterben Tiere.

Richtig. Wir können und sollen ja auch gar nicht ein Leben führen, welches die völlige Vermeidung von Tierleid bedeuten würde, denn das ist nicht möglich.
Zum einen ist es jedoch immer noch ein Begriff, der die Ernährung eines Menschen beschreibt, zum anderen scheint einem Autor wie ihm eben nicht bewusst zu sein, dass es einzig alleine um die Vermeidung von unnötigen Dingen geht. Befänden wir uns im Krieg und die Nahrung wäre knapp, so würde auch ich (jetzt noch Vegetarier) Fleisch essen.
Weil ich gar keine andere Wahl hätte.
Jetzt aber leben wir in Deutschland in einer ausgezeichneten Situation, was Lebensmittel angeht und sind in keinster Weise auf das Töten von Tieren angewiesen.

 

Ich persönlich kann niemanden dazu aufrufen Vegetarier oder Veganer zu werden. Das steht mir nicht zu.
Aber ich würde dennoch dafür appellieren, dass Ihr, die Tierleid vermeiden wollen, nicht nur gegen gefährliche Organisationen wie PETA vorgeht, sondern auch eben solche Seiten, wie “PETA – Nein Danke” etc. wenigstens kritisch hinterfragt oder noch besser: Meidet.
Denn am Ende sind sie nicht anders als PETA, nur eben aus einer anderen Perspektive und tragen ihren Teil dazu bei, dass sich zwei krasse Ansichten gegenüber stehen, von der sich momentan keine mit Ruhm bekleckert.

Es wäre schön, eines Tages an diesen Punkt zu kommen, bei dem die Gesellschaft es akzeptiert, ohne dass es schändliche Tierrechtsorganisationen sein müssen, die eher noch mehr Unheil anrichten und ideologische Werbung für Vegetarismus & Veganismus betreiben, die überhaupt nicht nötig wäre, weil es keine Ideologie ist, sondern ein erstrebenswertes Ziel unserer Gesellschaft im Umgang mit anderen Lebewesen…
Diese Brücke zu bauen, das ist das Ziel.