Schwanzlurche sind geil.

…Und darum hört endlich auf Prioritäten des Tierschutzes zu Gunsten des eigenen Egoismus zu verzerren!
Dies ist kein Artikel. Dies ist eine Durchsage, ein Plädoyer!

Denken Sie einmal darüber nach: Wie viele Tierschutzvereine in Deutschland kennen Sie, die sich mit unserer heimischen Flora und Fauna beschäftigen?
Wie präsent sind Ihnen Menschen, die sich für den Schutz der Smaragadeidechse (  Lacerta bilineata ) einsetzen? Oder für Triturus cristatus, dem Kammmolch?
Oder anderen Arten, die in ihrem Bestand in Deutschland gefährdet sind. Durch zahlreiche Gründe, wie z.B. der Lebensraumzerstörung…?
So wie das Bundesamt für Naturschutz nun in einer ersten großen Studie ( https://www.bfn.de/0401_pm.html?&no_cache=1&tx_ttnews[tt_news]=5456&cHash=35ad8bbc57216c6fcea896650205868f ) herausgefunden hat, sind etwa 31% aller Arten in Deutschland bestandsgefährdet. 4% der bekannten Arten bereits ausgestorben.

Das ist alarmierend. Und beschämend.
Was tut die Bevölkerung?
Sie gründen Tierschutzvereine, um Hunden, Katzen und anderen Tieren, die sich Homo sapiens als Kuscheltier selbst geschaffen hat, ein besseres Zuhause zu suchen.
Sie holen Straßenhunde aus anderen Ländern, da sie Mitleid haben.
Sie engagieren sich für gequälte Seelen, die ganz plakativ bei Facebook oder anderswo im Leid dargestellt werden. Misshandelte Hunde oder andere Missstände innerhalb der Haustierhaltung sind ein beliebtes Thema, um Klicks zu generieren, “Shares” zu ergaunern oder Aufmerksamkeit für ein Tierschutzprojekt zu erhaschen.
Nahezu jeder Ort beherbergt in Deutschland mindestens einen lokalen Tierschutzverein, der sein Hauptaugenmerk auf die Vermittlung von Haustieren legt.
Haustiere, die wie frei laufende Katzen womöglich einen kleinen Teil dazu beitragen können, die Situation in Deutschland weiter zu verschlimmern. Europaweit sind alle Amphibienarten geschützt.
Das kommt nicht von ungefähr. Die meisten sind bedroht.
Darum kümmern können sich auch lokale Tierschutzverbände meist nur nebenbei. Die Kunstprodukte Hauskatze und Hund nehmen den Bärenanteil ihrer Arbeit ein. Sie blockieren Tierheime, verursachen enorme Kosten und erzeugen am besten Mitleid.
Erinnern Sie sich noch?…: https://www.homoneo.de/die-bewusste-verzerrung-der-realitaet/ .

Die Spendenbereitschaft für in Not geratene Felltiere dürfte derer der vom Aussterben bedrohten Schwanzlurche vor der eigenen Haustür bei weitem übertreffen.
So wundert es mich nicht, dass beispielsweise dieser Bericht des BfN auf sozialen Netzwerken deutlich weniger Anklang gefunden hat, als der arme Hund “Ronny” aus Rumänien.
Wenn Sie in den “richtigen Kreisen” darüber schreiben, fragen Sie mal gleichzeitig um Hilfe für Ronny und einem beliebigen in Armut lebenden Homo sapiens aus eben gleicher Region.
Sie werden erstaunt sein!

Der Mensch kennt seine Prioritäten. Seine ganz persönlichen: Tierschutz hat viel mit Egoismus zu tun. Zumindest jener Tierschutz, der von der breiten Masse vertreten wird. Tierschutz, der nach “Tierleid” selektiert. Leid, das ist etwas, dass Homo sapiens schlecht ertragen kann. Es bedrückt ihn, was wiederum dazu führt, dass er von sich aus etwas tun möchte, um selbst ein besseres Gefühl zu bekommen. Leidende Tiere können das sehr gut erregen.
Was Sie nicht können, ist von der Mehrheit ein solches Gefühl für Schwanzlurche erwarten.
Das Sterben in Deutschlands Biotopen ist still und für die Bevölkerung irrelevant. Das sollte es nicht sein!

Das heißt nicht, dass es nicht auch große Tierschutzverbände, wie z.B. Nabu gibt, die viel für unsere einheimische Fauna und Flora tun. Aber betrachten wir den Mikrokosmos vor Ort… dann werden Sie wenig Interesse für den unerbittlichen Einsatz des Arterhaltes der heimischen Fauna finden, selbst wenn Tierschutzverbände etwas vor Ort tun, die Masse der Haustiere schluckt diese Bemühen.
Es heißt auch nicht, dass wir aufhören sollten uns um das Wohl unserer felltragenden Mitbewohner zu sorgen und auf Missstände hinweisen müssen.
Aber wir haben die Prioritäten verschoben. Verschoben auf unser Eigeninteresse: Mehr Wachstum (Lebensraumzerstörung) und Tierschutz für die Tiere, die unsere Vorfahren einst selbst züchteten. Das, was die Natur uns gibt, das was uns eigentlich umgibt ist, selbst wenn es nur 10km vor der eigenen Haustür auf uns wartet, scheinbar viel weiter entfernt, als der Hund aus Rumänien oder die teuflischen Machenschaften der Chinesen.
Und lange wird es nicht mehr warten…

 
Denn wir schützen im Kollektiv nur, was uns interessiert.
Das ist egoistisch.
Und falsch.
Denn…

 

ssg_art

2 Kommentare von Besuchern zu: “Schwanzlurche sind geil.

  1. cps 22. Mai 2015 6:55

    Tierschutz (Mitleid, Sentimentalität) und Naturschutz (Erhaltung von Lebensgrundlagen möglichst vieler Arten, auch des Menschen) sind zwei paar Stiefel. Sehr verschieden. Auch die Menschen und Ideologien, die dahinter stehen.
    Ohne diese Verwechslung hätte der im Ansatz gute Text richtig Spass gemacht.

    • Mike 22. Mai 2015 14:56

      Ich verstehe die Kritik nicht.
      Es geht nicht darum diese beiden, natürlich verschiedenen Aspekte zu trennen. Es geht hier darum ihre Prioriäten miteinander zu vergleichen.
      Völlig belanglos, ob sie sich unterscheiden; Die Gewichtung des Homo sapiens auf den ein oder anderen Aspekt, die ich persönlich ganz klar beide als “Tierschutz” kategorisiere, ist das, worum es geht.
      Ich finde eine a priori Trennung der beiden Auffassungen nicht richtig.

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